Photoaging – Wenn die Sonne die Haut zeichnet

30

Aug

Photoaging

Mit einer Fläche von 1.5 - 2 m2 und einem Gewicht von 3.5 - 10 kg beim Erwachsenen ist die Haut das grösste Organ des menschlichen Körpers. Die Haut schützt den Körper vor Hitze, Licht, Verletzungen und Infektionen. Sie reguliert die Körpertemperatur durch Schwitzen und kann Wasser und Fett speichern. 

Verschiedene endogene und exogene Faktoren können den Hautzustand, das Aussehen und somit auch unser Wohlbefinden beeinträchtigen. 

Wärmende Sonnenstrahlen steigern unser Wohlbefinden und das natürliche UV-Licht ist für die Produktion von Vitamin D unerlässlich. Licht und Sonne haben aber auch ihre Schattenseiten. Durch übermässige Aussetzung an der Sonne wird die Haut strapaziert, gestresst bis hin zu verbrannt und unsere Haut vergisst diesen Stress nicht. Keinen Sonnenstrahl und erst recht keinen Sonnenbrand!

UV-Strahlen, insbesondere UV-A, fördern die vorzeitige Hautalterung und sind eine der Hauptursachen für die Entstehung von Hautkrebs. 

 

Photoaging – Entstehung

Die Haut wird in drei Schichten unterteilt: Epidermis (Oberhaut), Dermis (Lederhaut) und Subcutis (Unterhaut). Die Epidermis ist der äusserlich sichtbare Teil der Haut, bestehend aus der Hornschicht, die hauptsächlich von den Keratinozyten (hornbildende Zellen) gebildet wird und ständig durch Abschuppung und Nachbildung erneuert wird. Die Dermis besteht aus einem dichten Netz elastischer und kollagener Fasern, welches der Haut ihre Reissfestigkeit und elastische Verformbarkeit gibt. Es sind diese Elemente, die der Haut ihr glattes und jugendliches Aussehen verleihen. Die Subcutis besteht aus Bindegewebe und Fettzellen und dient als Kälteschutz und Energiespeicher.

Die auf die Haut einwirkende UV-Strahlung setzt sich aus zwei verschiedenen Wellentypen zusammen: UV-A und UV-B. Wenn UV-Strahlung auf die Haut trifft, werden die Melanozyten in der Dermis angeregt Melanin zu produzieren, um den Zellkern vor DNA Schäden zu schützen. Dieser Prozess, verleiht der Haut eine Bräune, die verhilft Strahlung beim Durchdringen zu blockieren.

UV-B Strahlen sind kurzwellige Strahlen, die bis in die Epidermis durchdringen und Sonnenbrand verursachen. Aber es sind die UV-A Strahlen mit ihrer längeren Wellenlänge, die für einen Grossteil der Hautschäden und somit für Photoaging verantwortlich sind. UV-A Strahlen dringen tief in die Dermis ein und führen zur Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) und somit zur Induktion von Entzündungsprozessen. Insbesondere hervorzuheben ist die Bildung von Matrix-Matalloproteasen, die zu Degeneration der kollagenen Fasern führen. Diese induzierten Prozesse führen zur vorzeitigen Hautalterung.

 

Photoaging – Auswirkungen

Bei täglicher Sonnenbestrahlung und somit auch UV-A Bestrahlung insbesondere an den exponierten Hautstellen, im Gesicht, Händen und Arme, werden die Schutzbarriere und -mechanismen der Haut geschwächt. Die Entzündungsprozesse kumulieren, was zur Atrophie der kollagenen Fasern und zur aktinischer Elastose führt. Daraus resultiert eine Abnahme des Hautvolumens und der Hautdichte und somit eine schlaffe Haut.

Mit zunehmendem Alter sinkt ausserdem die hauteigene Hyaluronsäureproduktion und somit kann die Haut zugeführte Feuchtigkeit weniger gut speichern. Chronische Lichtschäden führen zusätzlich durch Inhibierung und Störung der hauteigenen Hyaluronsäureproduktion zur Störung des Wasserbindungsvermögens. Die Haut wird trocken und das Hautrelief wird stärker ausgeprägt mit feinen Linien, poröser Haut, bis hin zur Bildung von Falten und Furchen. 

Weitere Folgen sind Hyperpigmentierungen, Lentigo solaris (Altersflecken), Gefässveränderungen wie Teleangiektasien, aktinische Purpura, Hyperkeratose und aktinischer Keratose, die letztlich eine Präform eines Plattenepithelkarzinoms ist.

Diese Faktoren und sichtbare Zeichen der sonnenbedingten Alterung sollen und können vermieden werden.

 

Photoaging – Prävention

Zu allererst gilt die Sonnenexposition einzuschränken und zu den kritischen Zeiten (Mittagsstunden) gar zu meiden. Schatten und die richtige Kleidung bieten in der Regel einen guten UV-Schutz, jedoch sind Sonnenschutzmittel unerlässlich. Ein täglicher Sonnenschutz (>SPF15) für die exponierten Gesichts- und Körperstellen verringert die Auswirkungen des Photoagings und senkt das Risiko von Präkanzerosen.

Kosmetische Pflegeprodukte sollten viel Feuchtigkeit spenden und die hauteigene Hyaluronsäuresynthese stimulieren als auch die Lipidbarriere der Haut schützen und aufbauen. ROS-bindende Wirkstoffe fangen und binden freie Radikale und verhindern die Initierung von Entzündungsprozessen. Prioritär sollten die ausgewählten Pflegeprodukte die Wirkung erzielen, den Abbau der kollagenen und elastinen Strukur der Haut zu inhibieren. 

Nebst den klassischen Kosmetikpflegeprodukten können spezielle Pflegeprodukte mit höherer Konzentration an Wirkstoffen (siehe Blogbeitrag Dermokosmetik und Cosmeceuticals) gezielt einzelne Hautprobleme wie Pigmentierungen eliminieren und kontrollieren. Kombiniert mit apparativen Behandlungen wie Mesotherapie, Mikroneedling, Laser, IPL, Radiofrequenz, Dermabrasion und chemische Peelings, Botox und Filler, kann einer lichtgeschädigten Haut dazu verholfen werden, wieder ein jüngeres, frischeres und pralles Aussehen zu erlangen.

 

Fazit

Ein effektiver Weg zur Bekämpfung des Photoagings und zur Eliminierung dessen Auswirkungen ist die Minimierung der UV-Lichtexposition und ein ganzjähriger Sonnenschutz. Lichtgealterte Haut kann mit verschiedenen kosmetischen Massnahmen (Pflegeprodukte, Cosmeceuticals und apparativer Kosmetik) behandelt werden. 

 

Literaturangaben:

  1. www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen-der-haut/reaktionen-auf-sonnenlicht/chronische-auswirkungen-von-sonnenlicht
  2. www.skincancer.org/healthy-lifestyle/anti-aging/repair-and-even-reverse-signs-of-sun-damage
  3. Dr. med. Harald Gerny (2014): Fachbuch der medizinischen Kosmetik 1. Auflage, ISBN 978-3-906112-32-9
  4. Dr. med. Nicole Menche (2011): Biologie, Anatomie, Physiologie 7 Auflage, ISBN 978-3-37-26802-1
  5. de.medicalformat.com/21082-haut-photoaging-ursachen-symptome-diagnostik-und-therapie.html
  6. www.krebsliga.ch/krebs-vorbeugen/gesunder-lebensstil/vor-der-sonne-schuetzen/
  7. www.skincancer.org/healthy-lifestyle/anti-aging/what-is-photoaging
  8. https://www.hautarztzentrum-kiel.de/lichtalterung/

  

Christina Triantafillaki

Christina Triantafillaki

Ein gebranntes Kind scheut das Feuer und so habe ich nach einigen schweren Sonnenbränden früh gelernt, meine Haut zu schützen und zu pflegen. Heute bin ich eine grosse Verfechterin von SPF50+ Sonnenschutzprodukten und frühzeitiger Anti-Aging Pflege.

Als Anwenderin von Kosmetikprodukten interessiere ich mich sehr für die aktuellen Trends. Als Kosmetikchemikerin befasse ich mich mit den neuesten Roh- und Wirkstoffen. Und als medizinische Kosmetikerin begeistert es mich, PatientInnen zu einer schönen, gesunden Haut mit sichtbaren Ergebnissen zu verhelfen.

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