Solid Cosmetics – Feste Kosmetik

20

Aug

Solid Cosmetics

In der Kosmetik jagt normalerweise ein Trend den nächsten. Der Trend der Natürlichkeit und Nachhaltigkeit hält sich allerdings hartnäckig und hat sich im Laufe der letzten Jahre von einer Nische zum Megatrend von heute und der Zukunft gemausert. So wird die bewusste Wahl der Rohstoffe gemäss umweltfreundlichen und ethischen Kriterien auch für Hersteller von konventioneller Kosmetik immer wichtiger.

Massgeblich beeinflusst wird dieser Wandel vor allem von den Endkonsumenten. Immer mehr von ihnen sind sich den negativen Einflüssen der Klimaerwärmung bewusst und möchten etwas dagegen tun. Besonders die junge Generation macht mit Protestbewegungen wie «Fridays for Future» weltweit auf das Klimaproblem aufmerksam und setzt damit ein Zeichen, welches auch von der Kosmetikindustrie Gehör findet.
 

Was versteht man unter Solid Cosmetics und was treibt Verbraucher an diese zu kaufen?

Solid Cosmetics, also feste Kosmetik, steht für Kosmetik ohne oder fast ohne Wasser. Diese Art von Produkt findet man heute in praktisch allen Bereichen der Kosmetik. Sei es in der Hautpflege und -reinigung, in der Haar- und Zahnpflege oder sogar in Bereich der dekorativen Kosmetik. 

Solid Cosmetics gliedert sich perfekt in den oben beschriebenen Megatrend der Nachhaltigkeit und Natürlichkeit ein und kann als ein Subtrend in diesem Bereich betrachtet werden. 

Mit fester Kosmetik schonen wir den Verbrauch von Wasser, einer unserer kostbarsten Ressourcen, und reduzieren gleichzeitig das Transportgewicht, was sich wiederum positiv in der CO2 Bilanz niederschlägt. Darüber hinaus kann im Verkauf von fester Kosmetik oft auf Einzelverpackungen, z.B. aus Plastik, verzichtet werden und zu Hause können die Produkte problemlos in wiederverwendbaren Behältern aufbewahrt werden. Dass Plastikverpackungen von Konsumgütern ein Problem für die Umwelt darstellen, weiss heutzutage jedes Kind. Denn Plastik wird nicht zersetzt, sondern vielmehr in immer kleiner werdende Partikel erodiert. Folglich existiert jedes Stück Plastik, das jemals hergestellt und nicht verbrannt wurde, irgendwo auf der Erde, sei es an Land, in Meeren,  Flüssen oder auf Mülldeponien. 

Zu den Vorteilen in Bezug auf die Umwelt gesellen sich oft Vorteile, die sich aus der Wahl der Rohstoffe ergeben: Rohstoffe für feste Kosmetik entsprechen vielmals einer Reihe von Anforderungen aus der Naturkosmetik. Nicht weil sie müssen, sondern weil die Industrie dieser Zielgruppe eine möglichst ganzheitliche Lösung in Bezug auf Natürlichkeit und Nachhaltigkeit bieten möchte.

Zu guter Letzt erweist sich feste Kosmetik dank der höheren Konzentration der Inhaltsstoffe als weitaus ergiebiger verglichen mit herkömmlichen Produkten.


Was sind die Herausforderungen in der Entwicklung von Solid Cosmetics?

Die Zielgruppe von fester Kosmetik verfolgt das primäre Ziel, die Umwelt mit seinem Konsum nicht zu belasten. Nichtsdestotrotz hegt sie weiterhin dieselben Ansprüche an die Funktionalität der verwendeten Kosmetikprodukte. Dafür müssen Entwickler von fester Kosmetik sich von gängigen Inhaltsstoffen, welche häufig Wasser enthalten, verabschieden und passende Alternativen finden.

Feste Reinigungsprodukte sollen also genau wie ihre flüssigen Gegenstücke schäumen und die Haut gereinigt und gepflegt zurücklassen. Für Reinigungsprodukte gibt es eine Reihe von festen, pulverförmigen Tensiden, welche auch als sulfatfreie Varianten zur Verfügung stehen. 

Feste Hautpflege- und Makeup-Produkte sollen die Haut langanhaltend und spürbar pflegen, ohne zu Beschweren. Für die richtige Textur, sowie einem idealen Kristallisationsverlauf ist die Auswahl und Kombination von Wachsen, Ölen, Fettalkoholen und Emollients entscheidend. Weil feste Produkte mit wenig bis gar keinem Wasser auskommen, droht die Gefahr, dass die Textur als schwer und unangenehm empfunden wird. Hier schaffen pflanzliche und mineralische Pulver Abhilfe, indem sie ein zu stark fettendes Hautgefühl bei und nach der Anwendung minimieren.

Feste Kosmetik schont zwar die Ressource Wasser, aber nicht unbedingt das Portemonnaie. Herkömmliche Kosmetika bestehen nämlich zu einem grossen Teil aus Wasser. Dieser Rohstoff ist im Vergleich zu den anderen Inhaltsstoffen preiswert, was im Umkehrschluss die Formulierungskosten von Solid Cosmetics in die Höhe schnellen lässt.

Eine weitere Herausforderung ist, dass die Fertigung fester Kosmetik oft eine Heissabfüllung beinhaltet, was wiederum spezielles Equipment in der Produktion voraussetzt. Ohne weitere Investitionen können also nicht alle Kosmetikhersteller diesen Trend bedienen.
 


Solid Cosmetics ein Trend mit grossem Potential?

Laut dem Marktforschungsunternehmen Mintel ist Wasser das neue Luxusgut, da der Verbrauch das Angebot in Zukunft übersteigt. Je mehr Verbraucher sich dessen bewusst werden, desto mehr müssen Produzenten ihre Herstellungs- und Formulierungsmethoden ändern, um sich von der Abhängigkeit gegenüber Wasser loszulösen und sich für die Zukunft zu wappnen. Dass sich Verbraucher dessen mehr und mehr bewusst werden, lässt sich anhand von einigen von Mintel durchgeführten Studien und ihren Ergebnissen ablesen (1):
 

34%

der italienischen Verbraucher sind an doppelt konzentrierten Bade- und Duschprodukten interessiert.



 

15%

der spanischen Verbraucher sind an Bade- und Duschprodukten interessiert, die kein Wasser für die Anwendung benötigen.



 

33%

der britischen Verbraucher würden mehr für Lösungen bezahlen, welche ihre Wasser- und Energierechnungen reduzieren.

 

Eine mögliche Antwort der Kosmetikindustrie auf das Problem der Wasserknappheit ist sicherlich die Umstellung von flüssiger auf feste Kosmetik. Es ist allerdings nicht der einzige Trend, der in diesem Zusammenhang in der Kosmetik aufgetaucht ist. Weitere Lösungsansätze befassen sich zum Beispiel mit der Herstellung von Reinigungsprodukten, die weniger schäumen und sich damit schneller, also mit weniger Wasser, abwaschen lassen (2). Eine andere Idee ist das Wasser in Formulierungen mit pflanzlichem Wasser aus Abfallprodukten der Lebensmittelindustrie zu ersetzen. Ein Trend, der unter dem Begriff Upcycling bekannt ist. Diese Kosmetikprodukte können nicht nur als wassersparend angepriesen werden, sondern können eine attraktive Marketinggeschichte rund um das Superfood erzählen, aus welchem der Extrakt gewonnen worden ist.

Welche Lösungen sich schlussendlich durchsetzen werden, ist schwierig vorauszusagen. Eines ist allerdings sicher: Unsere Verbrauchsmuster werden sich unter dem Zwang von schwindenden Ressourcen anpassen müssen. 



Literaturangaben:

  1. Source: Lightspeed GMI/Mintel
  2. Mintel’s 2025 BPC Trends, Sofía López Chalmers


     
Alessandra Kessler

Alessandra Kessler

Product & Sales Manager

„Still sitzen? Kann ich nicht. Zum Glück gibt es als Product und Sales Manager bei der IMPAG immer etwas zu tun. Sei es bei der Unterstützung unserer Kunden bei Projekten oder kommerziellen Angelegenheiten. Toll finde ich auch, dass ich bei meiner Arbeit die ganze Schweiz bereisen kann. Die schönen Ecken gehe ich dann auch gerne privat bei einer Wanderung, auf dem Snow- oder Kiteboard bestaunen. Je nach Anstrengungsgrad kann ich danach auch ein Stündchen relaxen.“

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