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Was macht Palm(kern)öl nachhaltig?

3

Jun

RSPO

Nachhaltigkeit der Rohstoffe ist auch in der Kosmetikbranche ein grosses Thema. Dies gilt insbesondere für den Einsatz von Palmöl und Palmkernöl. Beim Einkauf von Kosmetikprodukten wird nicht nur auf Preis und Qualität geachtet, sondern immer mehr auf die Herkunft der Inhaltsstoffe. Durch zertifizierte Quellen können Hersteller Verantwortung für die Umwelt übernehmen, wobei RSPO eine Möglichkeit für Transparenz entlang der Lieferkette bietet. 

Die Nonprofit-Organisation RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) wurde 2004 auf Initiative des WWF (World Wide Fund For Nature) gegründet, wobei zwei wichtige, verbindliche Standards verabschiedet wurden, die nachhaltiges Palmöl definieren.

Der erste ist der RSPO-Standard “Prinzipien und Kriterien”.  Dieser Standard umfasst nicht nur die ökologischen Anforderungen an Nachhaltigkeit, sondern auch die sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Komponenten. 

Die folgenden sieben RSPO-Prinzipien gelten als Grundlage für die Produktion von nachhaltigem Palmöl: 

Wohlstand: 
1.    Ethisches und transparentes Verhalten
2.    Rechtmäßig handeln und Rechte respektieren
3.    Optimierung von Produktivität, Effizienz, positiven Auswirkungen und Widerstandsfähigkeit

Mensch: 
4.    Achtung der Gemeinschafts- und Menschenrechte und Erzielen von Nutzen
5.    Unterstützung der Integration von Kleinbauern
6.    Wahrung der Rechte und Bedingungen der Arbeitnehmer

Planet:
7.    Schutz, Erhaltung und Verbesserung von Ökosystemen und der Umwelt
 

Diese sieben Prinzipien bilden die starke Basis, wobei ihre Umsetzung kritisch hinterfragt und kontinuierlich verbessert wird. Eine Reihe von Ölpalmplantagen und zugehörigen Ölmühlen haben sich verpflichtet diesen Standard zu befolgen. Die Zertifizierung durch Dritte ist ein wichtiges Instrument, um die Einhaltung zu überprüfen.


Wie kann nachhaltiges Palmöl gehandelt werden?

Alle Akteure wie unabhängige Ölmühlen, Raffinerien und Hersteller müssen die RSPO-Anforderungen umsetzen, um sicherzustellen, dass nur nachhaltiges Palmöl verwendet wird. Diese Akteure werden anhand des zweiten Standards geprüft, nämlich dem RSPO-Zertifizierungsstandard für die Lieferkette.  Hier gibt es insgesamt vier RSPO-Lieferkettenmodelle: Identity Preserved, Segregated, Mass Balance und Book and Claim. 

„Mass Balance“ ist eines der am häufigsten verwendeten Modelle (Abb. 1). Bei „Mass Balance“ wird zunächst zertifiziertes Palmöl aus zertifizierten Plantagen und konventionelles Material aus nicht zertifizierten Plantagen miteinander gemischt. Die Menge des zertifizierten Materials muss mit dem ursprünglich eingesetzten Volumen übereinstimmen. 

Ein weiteres Modell wird als "Segregated" bezeichnet. Bei diesem Modell wird kein konventionelles Material verwendet und das gesamte Palm(kern)öl stammt aus zertifizierten Ölmühlen. 

Wenn das Palm(kern)öl nur bis zu einer einzigen Ölmühle zurückverfolgt werden kann, wird das Lieferkettenmodell "Identity Preserved" genannt. Darüber hinaus können zertifizierte Ölmühlen, Ölpressen und unabhängige Kleinbauerngruppen sogenannte RSPO-Credits über das Modell "Book and Claim" verkaufen. Ein RSPO-Credit entspricht einer Tonne zertifizierter, nachhaltiger Ölpalmprodukte.

Händler und Vertreiber benötigen keine Zertifizierung, aber eine Lizenz für den Verkauf zertifizierter Produkte.

 


Wie sieht der künftige Ansatz aus?


Derzeit sind 3,44 Mio. ha Produktionsfläche und 19,5 % des weltweiten Palmöls RSPO zertifiziert. Zertifizierungen sind also ein erfolgreiches Instrument, um Engagement für nachhaltige Palmölprodukte zu zeigen. Das allein reicht aber nicht aus, um die Vision des RSPO zu verwirklichen, nämlich: "die Märkte so zu verändern, dass nachhaltiges Palmöl zur Norm wird". Deshalb hat der RSPO eine neue Arbeitsgruppe „Shared Responsibility Working Group“ gegründet, die Beiträge der RSPO-Teilnehmer fördert und die Umsetzung leitet. Die gemeinsame Vision kann durch eine Vielzahl von Massnahmen erreicht werden, z. B. durch die Einbeziehung und Unterstützung von Kleinbauern, durch die Förderung von zertifiziertem, nachhaltigem Palmöl und Handelsmarken oder durch das Schaffen von Anreizen und Instrumenten für positives Verhalten durch Banken und Investoren. Nichtstaatliche Umwelt- und Sozialorganisationen können insgesamt durch Analysen und Forschung unterstützen und das Bewusstsein der Verbraucher fördern.  

Alle diese Beispiele zeigen die notwendige Zusammenarbeit entlang der Lieferkette, um zertifiziertes, nachhaltiges Palmöl zukünftig zu 100% zu verwenden.

 

Literaurangaben:

  1. Principles and Criteria for the production of sustainable palm oil, 2018
  2. RSPO Supply Chain Certification Standard 2020
  3. rspo.org
  4. RSPO Theory of change, 2017
  5. Terms of reference, RSPO Shared Responsibility Working Group



     

Silke van Bergeijk

Regulatory & SHEQ Service

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