Das Mikrobiom – Teil 2: Wie kann das Mikrobiom der Haut positiv beeinflusst werden?

6

Mar

Mikrobiom Teil 2

Die Kosmetikindustrie hat das zunehmende Interesse an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Thema Hautmikrobiom genutzt, um erste Produkte zu entwickeln. Das schließt neben aktiven Wirkstoffen, welche die Aktivität und Vermehrung der guten Bakterien unterstützen, auch die Verwendung von Wirkstoffen ein, die durch die Bakterien auf der Haut aktiviert werden.

Nachdem wir im ersten Teil unserer Beitragserie darauf eingegangen sind, was das Mikrobiom der Haut ist, welche Funktionen es übernimmt und inwiefern es sich von der Hautflora unterscheidet, liegt der Fokus dieses Beitrages auf den Möglichkeiten, das Mikrobiom der Haut zu beeinflussen und kosmetisch zu nutzen. 

Eine Möglichkeit für Anwender, ihr Hautmikrobiom positiv zu beeinflussen, sind Prebiotika. Das sind Substanzen, die das Wachstum oder die Aktivität von Bakterien beeinflussen und somit positive Auswirkungen auf die Haut haben.

Im Gegensatz dazu ist die Verwendung von lebenden Bakterien (Probiotika) schwierig. Bisher wurden vornehmlich in der Dermatologie solche Konzepte als neuer Therapieansatz untersucht und propagiert. So werden Extrakte apathogener (nicht krankheitserregende) Keime wie Vitreoscilla filiformis oder Aquaphilus dolomiae in Cremes als Grundlage zur Beeinflussung des kutanen Mikrobioms eingesetzt1. Eine kosmetische Nutzung ist bisher nur beschränkt möglich, da noch keine wirksame Haltbarkeit der Formulierungen erreicht werden konnte und somit eine gleichbleibende Qualität bis zum Verkauf des Endproduktes und während dessen Anwendung nicht immer gewährleistet werden konnte.

Wir alle wissen, dass lebende Bakterien im Jogurt positive Auswirkungen auf unser Verdauungssystem haben. Analog dazu haben Forscher herausgefunden, dass z.B. entzündungshemmende Moleküle der Bakterien positive Effekte auf die Haut haben können. Seitdem konzentrieren sich Wissenschaftler nicht nur auf negative Aspekte, sondern erfassen ebenfalls die für uns vorteilhaften Eigenschaften von Bakterien.  

 

 

Facts

  • 90% aller Krankheiten können auf einen schlechten Zustand des Mikrobioms zurückgeführt werden
  • ~ 10.000 unterschiedliche Spezies besiedeln den menschlichen Körper 
  • Nur 10% der Zellen, die den Menschen ausmachen, sind tatsächlich menschlich 
  • 2 kg Mikroorganismen trägt ein Mensch mit sich 
  • 80–90% der Menschen unterscheiden sich in ihrem Mikrobiom 

 

Quelle: draxe.com/microbiome/


Wie kann das Mikrobiom kosmetisch genutzt werden?

Die Kosmetikindustrie hat das zunehmende Interesse an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Thema Hautmikrobiom genutzt, um erste Produkte zu entwickeln. Das schließt neben aktiven Wirkstoffen, welche die Aktivität und Vermehrung der guten Bakterien unterstützen, auch die Verwendung von Wirkstoffen ein, die durch die Bakterien auf der Haut aktiviert werden.

Ein Beispiel ist Propionibacterium acnes, eine Bakterienart, die normalerweise Hautlipide verstoffwechselt und uns so vor schädlichen Mikroorganismen schützen kann (2). Übermäßiges Wachstum dieser Bakterien kann Hautkrankheiten auslösen. Eine Regulierung des Wachstums durch Milchsäure (Laktat) oder auch Molekülen bakteriellen Ursprungs kann das Hautbild wieder normalisieren (3). 

Fast 50% (82 von 165) der seit 2014 in Europa auf den Markt gebrachten mikrobiombezogenen Produkte behandeln das Thema Poren, Akne und Sebum.

Weitere Claims beziehen sich auf Anti-Aging, Plumping, Kollagenbildung (23%), Whitening (17%) und andere Themen (wie z.B. Exfoliation, Behandlung von Hautkrankheiten, u.a.) (Mintel-Auswertung, Stand 09/2017).

Mit unseren Lieferanten können wir Ihnen Wirkstoffe anbieten, die es Ihnen erlauben, Produkte zu entwickeln, die das Mikrobiom der Haut positiv beeinflussen können und somit ein gesundes Hautbild wiederherstellen können. Zusätzlich bieten wir Ihnen Produkte, die durch die Bakterien der Haut aktiviert werden und somit die Schönheit der Haut unterstützen.

Glossar 

  • Mikrobiom: Die Gesamtheit aller den Mensch besiedelnden Mikroorganismen.
  • Mikroorganismus: Alle mikroskopisch kleine Organismen, darunter Viren, Bakterien, Hefe und Pilze.
  • Probiotika: Produkte, die lebende Bakterien enthalten.
  • Prebiotika: Substanzen, die die Aktivität und/oder das Wachstum von Mikroorganismen positiv beeinflussen. 
  • Propioni bacteria: Bakterienspezies, die in sebumreichen Hautbereichen lebt und Lipide zu unserem Schutz verstoffwechselt.


Literaturangaben:

  1. Neue Erkenntnisse zum Mikrobiom der Haut – Konsequenzen für die Therapie der atopischen Dermatitis Prof. A. Wollenberg, Ludwig-Maximilians-Universität, München
  2. http://www.mdpi.com/2079-9284/4/2/14/html
  3. http://cen.acs.org/articles/95/i19/Cosmetics-next-microbiome-frontier.html


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Blogautor Stubenvoll

Alexander Stubenvoll

Product & Sales Manager

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ich bin Alexander Stubenvoll und seit April 2017 bei der IMPAG in Deutschland als Product & Sales Manager angestellt. Ich bin Vater einer wunderbaren Tochter, zusammen mit meiner Frau verbringen wir die Freizeit gerne draußen.

Der Kontakt zu meinen Kunden sowie das Bearbeiten und Vorstellen von Trendthemen wie etwa dem Mikrobiom oder der Epigenetik sind ein für mich sehr wichtiger Aspekt meiner Arbeit. Ich freue mich auf interessante Blogbeiträge, Ihre Rückmeldungen und Kommentare.

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