Alle sind schön

13

Sep

Inklusive Schönheit

Schönheit ist nicht mehr nur eine Frage der Figur, der Hautfarbe, des Geschlechts oder des Alters! Mit dem Aufkommen der neuen Vorstellung für Schönheit stehen Kosmetikhersteller vor der Aufgabe, ihre Produktpalette an das pluralistische und ganzheitliche Verständnis für Schönheit der heutigen Gesellschaft anzupassen. Sehen wir uns den Trend „Inklusive Schönheit“ gemeinsam etwas näher an!

Laut Mintel (1;2) werden Kosmetikhersteller aufhören, die Konsumenten aufgrund ihres Alters, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihres Körperbaus oder ihrer sexuellen Identität anzusprechen, da diese zunehmend nach personalisierter Schönheit verlangen, die sie den eigenen Vorstellungen entsprechend definieren. 

Die Vielfältigkeit unserer Gesellschaft hat die herkömmlichen Auffassungen von Schönheit in die Schranken verwiesen. Die von einer Ära der Akzeptanz und der militanten Anmut geprägten Verbraucher verlangen nach einer viel persönlicheren Schönheit und nach Produkten, die ihren individuellen Bedürfnissen gerecht werden. Dementsprechend müssen Produktpaletten umfangreicher und vielfältiger werden, um allen Schönheiten entsprechende personalisierte Lösungen zu bieten.


Die Definition von erweiterter Schönheit

Schönheit mit Behinderung

Ähnlich den Models Mama Cax – der ein Bein amputiert wurde – und Madeline Stuart – die unter Trisomie leidet – rücken Marken zunehmend auch andere Körperformen ins Rampenlicht, von denen eine schöner ist als die andere.

Die farbenprächtige Schönheit

Nicht gerade leicht, DIE Grundierung zu finden, die der eigenen Hautfarbe zu 100% entspricht!

Die Zeit, in der Kosmetika ausschließlich für weiße Haut erdacht und abgemischt wurden, ist vorbei. Verbraucherinnen erwarten fortan Marken, die die ethnische Vielfalt widerspiegeln und ihre Produktpalette um  Nuancen erweitern, die sämtliche Hauttypen von sehr hell bis sehr dunkel abdecken. 

Fenty Beauty (USA), die Marke der Sängerin Rihanna, ist dafür ein gutes Beispiel. Ihre vom Nachrichtenmagazin „Time“ zur Innovation des Jahres 2017 gewählten 40 verschiedenen Grundierungstöne belegen deutlich, dass Vielfalt und Inklusion die neuen Lösungswörter der Schönheitsindustrie sind.


Silbergraue Schönheit

Schönheit kennt kein Alter!

Das Altern der Gesellschaft bietet neue Möglichkeiten und Kosmetikhersteller haben dies instinktiv begriffen. Bereits seit mehreren Jahren wird die silbergraue Schönheit gefeiert. Pflegebehandlungen von Marken wie beispielsweise Elisa Lefebvre (Fr) tragen diesem Trend Rechnung und widmen sich den Problemen, Mangelerscheinungen und spezifischen Bedürfnissen reiferer Haut, um das Altern in Schönheit zu ermöglichen.

In Großssbritannien hat das Start-up Look Fabulous Forever (LFF) die traditionelle Kosmetikbranche mithilfe ihres Sortiments an Pro-Aging-Produkten (im Gegensatz zu „Anti-Aging“) regelrecht umgekrempelt: Die reife Schönheit wird zelebriert und die Vorzüge des Alters hervorgehoben.


Ein gesunder Körper in einem gesunden Geist

Der Körper ist das neue Gesicht!

Um dem body shaming entgegenzuwirken und die körperliche Vielfalt zu anerkennen, wird das Konzept von Schönheit breiter. Die von Unbekannten ebenso wie von Prominenten über soziale Netzwerke und andere Blogs bekannt gemachte Bewegung body positivity unterstreicht die Universalität von Schönheit und macht Körper aller Formen und Größen sichtbar.

Lesen Sie unseren Artikel „Body is the new face“, um sich über die aktuellsten Körperpflegetrends zu informieren.

Vollkommene Unvollkommenheiten

Was uns von anderen unterscheidet, macht uns schön!

Eine neue Schminkweise, die sich dem perfekten Instagram-Look widersetzt, ist vor einiger Zeit in den sozialen Netzwerken aufgetaucht: der „Beat Boy“. Diese Technik besteht darin, vermeintliche Unvollkommenheiten wie beispielsweise rebellische Augenbrauen, Augenringe, Schönheitsflecke, Akne, Rosazea, etc. zu akzentuieren und hervorzuheben. Dieser von einigen kritisierte neue Trend zeigt deutlich, dass frühere Mängel oder Unvollkommenheiten heute als Ausdruck unserer Individualität wahrgenommen werden (3).

Männliche Schönheit

Auf ihr Äusseres zu achten, stellt auch für Männer keinen Tabu mehr dar!

Für die neue Generation von Männern sind traditionelle Männlichkeitscodes längst mit Haar- und Hautpflegeprodukten, der Verwendung von Parfüm oder dem Schutz vor äusseren Einwirkungen vereinbar. Dementsprechend haben sich auch Männer an die Benutzung von Schönheitsprodukten gewöhnt und ihre einfache Körperwäsche gegen ein echtes Hautpflegeprogramm eingetauscht.

„Kein Gender“

Der Wandel der Gendervorstellung und -wahrnehmung!

Ausgelöst durch die Generation der Millennials oder Jahrtausender, die lieber als Mensch anstatt als Mann oder Frau gesehen werden möchten, verändern sich die Ansichten. Seit einiger Zeit überwinden viele Marken die traditionell nach Geschlechtern unterteilten Schönheitscodes.

Um die Spuren noch weiter zu verwischen, zögern Kosmetikhersteller nicht länger, Inhalte statt Behälter zu bewerben und haben neutrale und minimalistische Verpackungen in ihr Sortiment aufgenommen. Marken wie Milk Makeup's (USA) rufen alle Geschlechter dazu auf, sich zu schminken. Transgender-Ikonen, wie die Schauspielerin Laverne Cox, oder das Model Inès Rau, schaffen sich eine eigene Nische in den Berichterstattungen und geben einer Gemeinschaft eine Stimme, die viel zu selten im Rampenlicht steht. In diesem Sinne bietet die Marke Jecca Makeup (UK) ein ausschließlich für Transgender und ihre besonderen Bedürfnisse bestimmtes Sortiment.

Die Grenze zwischen den Geschlechtern verschwindet und eine neue Sichtweise der Dinge wird verherrlicht, bei der sich alle auf ihre ganz individuelle Weise schön fühlen können.


Beauty Tech, vernetzte Geräte ermöglichen extreme Personalisierung

Diese neuen Sichtweisen hinsichtlich Schönheit verbinden sich zu einer gemeinsamen Idee: Produkte, die ihren Benutzern ähneln und deren Individualität unterstreichen. Darunter fällt auch Beauty Tech: Entschlüsseln der Haut, Analysieren der Bedürfnisse, Formulieren der massgeschneiderten Pflegeanwendungen…

Im vergangenen Januar wurden auf der Consumer Electronics Show (CES) die letzten Neuheiten enthüllt (4). Romy Paris (Fr) hat beispielsweise ein individuelles Labor zu bieten, um seine ganz persönlichen Produkte zu kreieren und zu personalisieren; Neutrogena (USA) bringt eine App und einen Scanner auf den Markt, um den Zustand und die Bedürfnisse der Haut bis in die tiefsten Schichten zu ermitteln und La Roche Posay (Fr) vermarktet einen tragbaren UV-Patch, mit dessen Hilfe Rückschlüsse über die eigene Sonnenexposition möglich sind, um sich besser zu schützen.

Noch höhere Wellen schlägt der Einzug der künstlichen Intelligenz (KI) in die vernetzte Schönheitsbranche: Revieve (USA) ermöglicht Diagnoseverfahren im eigenen Badezimmer während Eponyma (Fr) einen Algorithmus für die massgeschneiderte Schönheitspflege entwickelt hat. Ausserdem könnten bald Hologramme zum Einsatz kommen, um der Persönlichkeit der Konsumenten möglichst lückenlos auf den Grund zu gehen.

Inklusion und Repräsentativität sind Trends, die dem Zeitgeist entsprechen und den Verbrauchern immer individuellere und personalisiertere Lösungen bieten. Sie hängen mit tiefgreifenden sozialen Veränderungen zusammen und sind zweifellos gekommen, um zu bleiben, bis die inklusive Schönheit das Mass aller Dinge in der Schönheitsindustrie sein wird!

Literatur:

1) European Beauty Trends, April 2018, Mintel 
2) Beauty & Personal Care, Global Trends 2018, Mintel
3) Inside the "Boy Beat" Makeup Trend That's Polarizing People On Instagram By Devon Abelman, march 19, 2018, www.allure.com 
4) Beauty Tech : The latest innovations from CES 2018 By Vincent Gallon, January 2018, www.premiumbeautynews.com 


Marie

Marie Pancher

Product & Sales Manager

Bereits in meiner Kindheit stöberte ich im Badezimmer meiner Mutter nach dem perfekten Kosmetikprodukt, beobachtete sie im Alltag und versuchte zu verstehen, warum sie die verschiedensten Produkte verwendet. Als Erwachsene habe ich beschlossen, meine Liebe zur Kosmetik, für mich Symbol für Wohlbefinden und Eleganz, mit meiner täglichen Arbeit zu verbinden.

Als gelehrte Ingenieurin im Bereich industrielle Biologie und Marketerin ist es mein Ziel, die Bedürfnisse der Verbraucher zu erforschen, neue Anwendungen zu verstehen sowie Trends zu verfolgen und zu erkennen. Nachdem ich bei verschiedenen Kosmetikmarken tätig war, arbeite ich heute als Produktmanager bei IMPAG France. Mein Arbeitsleben ermöglicht es mir, Innovationstreiber zu sein und gleichzeitig die technische Natur der Rohstoffe mit den Trends der Fertigprodukte zu verbinden.

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