Das Mikrobiom – Teil 1: Neues Konzept zur Pflege der Haut

20

Feb

Mikrobiom, ein spannendes Thema

Die symbiotische Beziehung zwischen Menschen und Bakterien am Beispiel der Verdauung ist schon seit Jahren ein intensiv diskutiertes Thema. Der Einfluss der in und auf dem Menschen lebenden Mikroorganismen auf die Gesundheit wird längst wissenschaftlich im Rahmen von medizinischen Studien untersucht. Grosse Beachtung kommt dabei auch der bakteriellen Hautflora und deren Wirkung auf die Funktion und das Erscheinungsbild der Haut zu. 

Zahlreiche atopische Hautzustände wie zum Beispiel Akne, Neurodermitis oder Psoriasis stehen unter anderem auch in direktem Zusammenhang mit der Symbiose zwischen Bakterium und Mensch. So ist es kaum verwunderlich, dass das Hautmikrobiom und die dafür geeignete Hautpflege aktuell einer der grössten Trends in der Kosmetikbranche darstellt.

Was ist das Mikrobiom?

Sämtliche Mikroorganismen, die den Menschen auf der Oberfläche und im Inneren besiedeln, werden als Mikrobiom bezeichnet. Die Zusammensetzung ist für jeden Menschen einzigartig, was die Erforschung bislang sehr erschwert hat. 

Wir wissen bisher, dass das Mikrobiom hauptsächlich aus Bakterien besteht, die ein Schutzschild bilden und so den Körper vor Umwelteinflüssen und Krankheiten schützen: 

  • Einerseits setzen die Bakterien Moleküle zur Stärkung des Schildes frei und regulieren den pH-Wert der Haut. Sie schaffen so ein Milieu, das ihr eigenes Überleben sichert. 
  • Andererseits wird durch die schiere Anzahl eine Besiedlung durch andere, unerwünschte Mikroorganismen erschwert. Diese Funktion macht das Mikrobiom zu einem Teil unseres Immunsystems. Ein weiterer Vorteil unseres Mikrobioms ist die Tatsache, dass es unser Immunsystem stimuliert und in einem Zustand hält, in dem es ständig auf Attacken von Außen vorbereitet ist. 


Das “Human Microbiome Project” hat die Zusammensetzung des Mikrobioms erforscht und untersucht, wie sich Veränderungen auf Gesund- und Krankheit auswirken. Auch wenn das Mikrobiom eines jeden Menschen unterschiedlich ist, konnte das Projekt zeigen, dass die Haut von etwa 10.000 verschieden Arten von Mikroorganismen besiedelt und die Zusammensetzung dieser Besiedlung in den unterschiedlichen Körperbereichen individuell ist (Abb. 1). Dabei wird deutlich, dass die Bakterien auf den von ihnen besiedelten Bereich des Körpers spezialisiert sind und somit einen optimalen Schutz bieten (1).


Was ist die Hautflora?

Als Hautflora werden alle Mikroorganismen, wie Bakterien und Pilze, zusammengefasst, die als Kommensalen bzw. Mutualen einen natürlichen Bestandteil der Oberfläche von gesunder Haut bilden und diese dicht besiedeln. Experten schätzen, dass rund eine Billion Bakterien ständig auf oder in der Haut, leben.

Kommensalen (lat. commensalis‚Tischgenosse)

Beim Menschen zählen jene Mikroorganismen zu den Kommensalen, die verschiedene Mikrobiotope besiedeln und in ihrer Gesamtheit dort als die jeweilige Normalflora bezeichnet werden.

Mutualismus

Eine Wechselbeziehung zwischen Lebewesen zweier Arten, aus der beide Partner Nutzen ziehen. Die Hautflora ist Teil des Mikrobioms und trägt wesentlich dazu bei, die Haut und den gesamten Organismus vor Krankheitserregern zu schützen (2).

Die Hautflora setzt sich aus einer Vielzahl unterschiedlicher Mikroorganismen zusammen, die sich in den verschiedenen Hautschichten aufhalten und vermehren. Man kann folgende Hautfloraanteile unterscheiden (3): 

  • Residente Hautflora

Die residente Hautflora oder Standortflora beherbergt Keime, die der Haut nicht schaden, sondern sogar einen protektiven Effekt gegen über pathogenen Erregern haben. Diese Keime vermehren sich im Stratum corneum der Epidermis. Hierzu gehören einige Arten von Staphylokokken und Mikrokokken.

  • Transiente Hautflora

In der transienten Hautflora oder Kontaktflora finden sich Keime, die von außen auf die Haut gelangen und hier in der Regel nur temporär, d.h. vorübergehend als „Gäste“, vorkommen.

  • Temporär residente Flora

Die temporär residente Flora der Haut bilden pathogene Keime, die grundsätzlich der transienten Flora zugerechnet werden, aber längere Zeit ohne Symptome die Haut besiedeln können, zum Beispiel Staphylococcus aureus. Die temporär residente Hautflora unterscheidet sich von der transienten Hautflora dadurch, dass bei einem transienten Erreger in der Regel keine Kolonisation, sprich Besiedlung, erfolgt. Temporär residente Besiedelung geschieht nur unter optimalen Bedingungen.

  • Infektionsflora

Bei der Infektionsflora handelt es sich um das Milieu von Keimen, das im Rahmen einer Läsion mit anschließender Infektion entsteht, beispielsweise bestimmte Staphylokokkus- oder Streptokokkus-Arten. 

Im zweiten Teil unserer Beitragsserie zum Mikrobiom werden wir aufzeigen, wie das Mikrobiom der Haut positiv beeinflusst und kosmetisch genutzt werden kann. 

 

Literaturangaben:

1. The Human Microbiome Project, hmpdacc.org/hmp/
2. https://de.wikipedia.org/wiki/Hautflora
3. flexikon.doccheck.com/de/Hautflora

 

Blogautor Stubenvoll

Alexander Stubenvoll

Product & Sales Manager

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ich bin Alexander Stubenvoll und seit April 2017 bei der IMPAG in Deutschland als Product & Sales Manager angestellt. Ich bin Vater einer wunderbaren Tochter, zusammen mit meiner Frau verbringen wir die Freizeit gerne draußen.

Der Kontakt zu meinen Kunden sowie das Bearbeiten und Vorstellen von Trendthemen wie etwa dem Mikrobiom oder der Epigenetik sind ein für mich sehr wichtiger Aspekt meiner Arbeit. Ich freue mich auf interessante Blogbeiträge, Ihre Rückmeldungen und Kommentare.

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